Veranstaltungen auf Sylt

07. October 2020 - 07. October 2020

Kammermusikfestes Sylt | Sonderedition

Normalerweise erfüllt das Kammermusikfest Sylt Ende Juli die verschiedensten Orte auf der Nordsee-Insel mit Musik, von der Nord- bis zur Südspitze, vom Weststrand bis zum Weißen Kliff. Klassische Meisterwerke in unterschiedlichsten Besetzungen erklingt in der Westerländer Kirche St. Niels, demältesten Gebäude des Orts, in der Akademie am Meer im Klappholttal oder im Falkenstern Fine Art &Atelier Sprotte in Kampen.

2020 sollte das Jahr sein, in dem die gesamte Musikwelt den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven feiern wollte,auch das Kammermusikfest Sylt wollte dem Komponisten gratulieren. Doch das Corona-Virus hat auch diese Projekte und Pläne dramatisch durcheinandergewirbelt.Das ursprüngliche Sommer-Programm konnte nicht realisiert werden,ein Konzert fand in Wenningstedt statt.Doch als Signal ganz im Sinne Beethovens,der sich zeitlebens oft genug nicht mit den Umständenseiner Gegenwart abfinden wollte und tat,was möglich war,geht das Kammermusikfestival Sylt indiesem Jahr im Herbst in eine zweite Runde: Unter dem Motto „Reprise Beethoven“ erklingen imZeitraum von drei Tagen einige der herausragendsten Werke dieses Genies,in vierKonzertprogrammen,die sich auf unsere Gegenwart beziehen und die vergangenen Monate dabei nicht ausblenden.Vor allem aber weist diese klassische,hochaktuelle Musik in die Zukunft, mit Offenheit,Mut und Optimismus.Als Zeichen, dass Kultur ein Lebens-Mittelpunkt ist.Jetzt erst recht.

 

  • Mittwoch, 7. Oktober, 16 Uhr, St. Niels, Westerland

Die Werke des ersten Konzerts zeigen erste Perspektiven in Beethovens Leben und seine künstlerische Entwicklung.Ideal für diesen Auftakt sind die drei frühen Streichtrios op. 9/1-3. Drei Werke,die bereits anklingen lassen,wie stark der Wille zur musikalischen Eigenständigkeit ist – und wie gekonnt derUmgang mit musikalischen Mitteln und Einflüssen.Umrahmt werden die Trios von Anekdoten und Szenen aus Beethovens Leben,die sein Jugendfreund Franz Gerhard Wegeler zusammen mit Ferdinand Ries 1838,also wenige Jahre nach Beethovens Tod, in dem Buch „Biographische Notizenüber Ludwig van Beethoven“ veröffentlicht hatte.

 

Programm:
Ludwig van Beethoven: Streichtrio G-Dur op. 9/1 (Auszug)
Ludwig van Beethoven: Streichtrio D-Dur op. 9/2 (Auszug)
Ludwig van Beethoven: Streichtrio c-Moll op. 9/3 (Auszug)
„Biographische Notizen über Ludwig van Beethoven“ (Auszug)

 

 

  • Donnerstag, 8. Oktober, 20 Uhr, St. Nikolai, Westerland

Die Zeit im Lockdown war geprägt von Stille,von Distanz und der Rückbesinnung auf das eigene Leben und den Umgang mit anderen Menschen,auf die Bedeutung von Beziehungen und ihre Kraft. Musik,die innere Monologe darstellt,steht deswegen auf diesem Konzertprogramm. Die Bandbreite reicht von Bachs zeitlos schöner Cello-Suite Nr. 1 über Pärts Klangmeditation „Spiegel im Spiegel“ bis zu Beethovens „Mondscheinsonate“ mit ihrem berühmten ersten Satz, über den der Pianist Igor Levit sagte: „Es ist alles Raum – und darin befindet sich ein Mensch.“


Johann Sebastian Bach: Cello-Suite Nr. 1 G-Dur BWV 1007
Paul Hindemith: Orgelsonate Nr. 3
George Enescu: „Prélude a l‘unisson” aus der Orchester-Suite Nr. 1 op. 9, bearbeitet für Violine solo
Arvo Pärt: „Spiegel im Spiegel“, Fassung für Viola und Orgel
Peteris Vasks: „Vientulas Engelis“ („Lonely Angel“), Fassung für Streichquartett
Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier cis-Moll Nr. 14 op. 27/2 „Mondscheinsonate“

 

 

  • Freitag, 9. OKTOBER, 11 Uhr, St. Nikolai, Westerland

Schmerzen, Verluste, Trauer – all das wird mit Moll-Tonarten verbunden. Doch auch aus diesen Gemütszuständen kann Musik wieder zurück ins Helle führen,zurück zum Dur, zurück in die wiedergefundene Balance.Das berühmte g-Moll-Adagio von Albinoni / Giazotto eröffnet dieses Programm,es folgt u.a. ein melancholisches „Lament“, bevor die lyrische Cavatina aus Beethovens spätem op. 130 die Wende ins Bessere beginnt, für ihn war dieser langsame Satz die „Krone aller Quartettsätze“; seinen Einfallsreichtum im Umgang mit einem Thema dokumentiert der Variatons-Satz aus dem „Erzherzog-Trio“ op. 97. Gefühlvolles Finale ist die „Meditation“ aus Massenets Oper „Thaïs“.


Remo Giazotto / Tomaso Albinoni: Adagio g-Moll für Orgel und Streicher
Franck Bridge: „Lament“ für zwei Violas
Pablo Casals: „O vos omnes”
Ludwig van Beethoven: Cavatina aus dem Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130
Ludwig van Beethoven: Andante cantabile aus dem Klaviertrio B-Dur op. 97 „Erzherzog-Trio“
Gabriel Fauré: „Cantique de Jean Racine”
Jules Massenet: „Meditation“ aus „Thaïs“

 

 

  • Freitag, 9. OKTOBER, 20 Uhr, St. Nikolai, Westerland

Hoffnung und neuer Tatendrang prägen das letzte Konzert: Zu hören sind Meisterwerke von drei Komponisten,die in ihrem Leben neben großen Erfolgen und viel Anerkennung auch gesellschaftliche Isolation durch ihre Krankheiten und deren Folgen erleben mussten. Und doch schrieben sie Musik voller Enthusiasmus und Energie,voller Selbstbewusstsein und Ausdruckskraft. In Beethovens „Sturm”-Streichquintett lässt sich hören,dass diese Musik ein wichtiges Vorbild für die romantischen Kammermusikwerke von Schubert war. Dass Schumanns Klavierquintett op. 44 – 1842 in nur fünf Tagen wie im Rausch komponiert – einen Trauermarsch enthält, schmälert am Ende nicht die Freude über die Musik an sich. Eine Freude, die dieses Konzert vermitteln und verstärken soll.


Ludwig van Beethoven: Streichquintett C-Dur op. 29 „Sturm“
Frédéric Chopin: Mazurka op. 17 Nr. 1
Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur op. 44


Kartenpreis: 20 Euro  Tickets bei allen Vorverkaufs-Stellen auf Sylt sowie auf www.insel-sylt.de

Weitere Informationen  -  https://kmfsylt.de/

 

VEREIN KAMMERMUSIKFEST SYLT E.V.  Norderheide 16 a

25999 Kampen Sylt  Tel: 04651 889 17 06  E-Mail: info@kammermusikfestsylt.de

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