10. December 2015

Schenkung von Bildern an die Sölring Museen in Keitum

Annette Ortlieb, Enkelin des Künstler A. Paulmann, übergab der Gemeinde Sylt, vertreten durch den Bürgervorsteher Peter Schnittgard, und dem Sylter Heimatmuseum, vertreten durch Museumsleiterin Dörte Ahrens, Gemälde und Bilder des Sylter Malers als Schenkung. Der Maler Alfred Paulmann stammte aus Wuppertal-Barmen und hatte an der dortigen Kunstgewerbeschule eine Ausbildung zum Bildhauer und Modellbauer absolviert. Er widmete sich von dieser Zeit an auch als Autodidakt der Malerei. Als Matrose der Kaiserlichen Marine befuhr er von 1902-1906 die Weltmeere. Nachdem führende Marinekreise auf seine malerische Begabung aufmerksam geworden waren, erhielt er den Auftrag, für die Marinestation in Wilhelmshaven 46 Wandbilder zu fertigen.Paulmann lebte nach seiner Dienstzeit in den Elbmarschen und fuhr auch von hier aus einige Male zur See. Während des Ersten Weltkrieges wurde er bei der Marinedivision in Flandern und den Minenlegern eingesetzt. Für die in Leipzig erscheinende Zeitschrift „Die Woche“ lieferte er Illustrationen seiner Einsatzgebiete. Nach dem Krieg lernte er die Sylterin Margarethe Lassen kennen. Das Paar heiratete 1921 und lebte zunächst in Keitum. Aus dieser Zeit stammen einige Gemälde und Kreidezeichnungen, die charakteristische Friesenhäuser zeigen. 1927 bezog das Paar in Westerland ein eigenes Reetdachhaus. Im selben Jahr war Paulmann auch bei der Ausschmückung des großen Festes anlässlich der Einweihung des Hindenburg-Dammes in Westerland tätig. Waren die zwanziger Jahre für Künstler auf Sylt wirtschaftlich schwer – Paulmann hatte jedoch einige Aufträge als Modellbauer - wurden es die 30er Jahre in politischer Hinsicht. Paulmann gehörte zur Bekennenden Kirche und dem „Jungdeutschen Orden“, der aufgrund seiner demokratischen und sozialromantischen Vorstellungen und Ziele von den Nationalsozialisten 1933 verboten wurde. 

Viele Sylter erinnern sich an das 7 x 2,5 Meter große Bild „Rettung aus Seenot“, das in der Lesehalle des Westerländer Kurzentrums hing und bei einem verheerenden Brand 1999 zerstört wurde. 

Paulmann lebte und arbeitete bis zu seinem Tode 1964 auf der Insel Sylt. 

Der Nachlass des Künstlers (Ölbilder, Aquarelle mit Sylter Motiven sowie mit Motiven aus den Elbmarschen und dem Hamburger Hafen, Zeichnungen- darunter ein Skizzenbuch aus der Zeit des Ersten Weltkrieges in Flandern) wird nun als Schenkung an die Sölring Museen in Keitum übergeben. Zusätzlich wird ein Konvolut von Werken, das sich schon seit einigen Jahren als Dauerleihgabe Im Sylter Heimatmuseum befindet, in eine Schenkung umgewandelt. Eine der beiden Enkelinnen des Künstlers, die Filmemacherin Annette Ortlieb, bekannt durch den Film „Inseltöchter“, wird auch der Gemeinde Sylt ein Werk Alfred Paulmanns schenken. Das Ölgemälde „Bauernhof auf Sylt“ aus dem Jahr 1924 wird von Bürgervorsteher Peter Schnittgard in Empfang genommen.

 

Weitere Informationen und Bildmaterial können bei der Söl’ring Foriining (04651/32805) angefordert werden.

 

 

foto -  Alfred Paulmann, Bauernhof auf Sylt, 1924  © Soel’ring Foriining