28. October 2020

Sonderausstellung

Schönste Sommerfreude: Baden am Strand, Graben im Sand von Westerland! Ab Donnerstag, 5. November 2020 ist im Sylt Museum die neue Sonderausstellung „Sehnsucht – Heimat. Joachim Rágóczy (1895-1975) zu sehen.

 


Die Arbeiten Rágóczys dokumentieren kritisch die Veränderung einer Region. Die Faszination der Gäste war auf die Ursprünglichkeit der Region und der Landschaft gerichtet. Die Sehnsucht nach Geborgenheit und Heimat war den inflationären Veränderungen innerhalb der Gesellschaft geschuldet. Ungebremste Naturgewalten, Licht und Wasser sowie eine veränderte Körperwahrnehmung lässt die Badegäste auf Entdeckungsreise gehen. Die Sommerfrische wird zum Sehnsuchtsort. Somit stehen Müßiggang und Harmonie der Gäste in Kontrast mit dem Alltag der Fischer und Einwohner. Rágóczy veranschaulicht auf humorvolle Art Einklang mit Seele und Natur als Wegzehrung für den Alltag und Kulisse vor den gesellschaftlichen Abgründen, den politischen Umwälzungen.

 


Seine technisch perfektionierten Bilder in expressiver Gestaltungsweise verweisen in der Darstellung gesellschaftlicher Unsicherheit zwar noch auf den Einfluss Edvard Munchs (1863-1944) aus seinen Studienjahren. Aber die Begegnung einer traditionellen Arbeitswelt und einer als Freizeit erlebten Harmonie in den Zwanziger Jahren gewinnt durch die weitgreifenden Veränderungen des Alltags eigene Aktualität.In der sich nicht nur in Bezug auf die Jahreszeit alles auf die persönliche Umgebung fokussiert, wächst die Sehnsucht nach Geborgenheit und unbeschwerter Freiheit. In diesem Kontext stehen die ausgestellten Werke des Malers und Graphiker Joachim Rágóczy (1895-1975), der in zeitkritischer, aber auf humorvolle Art den Wandel einer Küstenregion darstellt, die zum Sehnsuchtsort zahlloser Badegäste wird.


Der respektvolle Umgang Rágóczys gegenüber seinen Modellen spiegelt authentisch Alltagsszenen der Fischer wider. Landschaften werden in ihrer »romantischen Großartigkeit und Einsamkeit« eingefangen, wohingegen die Strandszenen vor Lebensfreude sprühen. Sehnsucht lässt sich verorten und findet eine Heimat, eine Heimat, in der zunehmend harte Arbeit und Freizeit polarisieren.
Joachim Rágóczy war wie seine Studiengefährten am Berliner Kunstgewerbemuseum, George Grosz, Hannah Höch und Karl Hubbuch von den turbulenten Nachkriegsjahren geprägt. Von seinem Lehrer Emil Orlik (1870–1932) – Maler, Grafiker, Fotograf und Mitglied der Wiener Sezession – erfuhr Rágóczy als sein Schüler, Drucker und Sekretär künstlerische Förderung und materielle Unterstützung. Das Milieu der Lehranstalt und ihrer Absolventen konfrontierte ihn mit der als „Babylon Berlin“ empfundenen Großstadt, deren Nachtleben er mit dem Malerfreund und Impresario Marcellus Schiffer durchstreifte und durch Freiluftmalerei an Nord- und Ostsee kompensierte. Die Küsten Ostpreußens (Nidden), des Samlands, Angelns (Langballigau) oder Dänemarks dienten ihm dabei als alternative Kulisse für seine Menschendarstellung.

 

  • Die Ausstellung „Sehnsucht – Heimat. Joachim Rágóczy (1895-1975)“ ist bis zum 21. März 2021 im Sylt Museum während den Öffnungszeiten (Donnerstag – bis Sonntag 11-15 Uhr) zu sehen.

Weitere Informationen unter:
www.soelring-museen.de und www.facebook.com/soelringForiining
Bei redaktionellen Rückfragen erreichen Sie uns telefonisch unter 04651/32805.

 

 

Sylt Museum | Am Kliff 19 | 25980 Sylt/Keitum | 04651/31669
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Steinzeitgrab Denghoog | An der Friesenkapelle | 25996 Sylt/Wenningstedt | 0170/6971687
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